Wärmepumpe aufstellen: Abstand, Schall, Versicherung
Wer eine Wärmepumpe plant, entscheidet mit dem Aufstellort über Ruhe im Haus und über die Betriebskosten. Die Verbraucherzentrale rät, den Aufstellort nicht in unmittelbarer Nähe zu Schlafräumen oder Nachbargebäuden zu wählen; empfohlen wird ein Mindestabstand von drei bis vier Metern, wobei zusätzlich die individuellen Herstellerangaben zur Geräuschemission zu beachten sind. Günstig ist die Platzierung der Außeneinheit auf der lauteren Straßenseite des Gebäudes. Zwischen zwei Mauern sollte das Gerät nie stehen, weil Echoeffekte die Lautstärke erhöhen können. Auch die Effizienz hängt am Standort: Bei Außenaufstellung besteht die Gefahr, dass die ausgeblasene kalte Luft wieder angesaugt wird, was die Effizienz erheblich beeinträchtigt. Der Abstand zum Haus sollte zudem so gering wie möglich sein, da jeder zusätzliche Meter die Wärmeverluste über die Außenleitungen erhöht. Frei zugänglich bleiben müssen die Gebläseöffnungen, damit Wartungsarbeiten möglich sind.
Beim Thema Lärm unterscheiden sich die Bauarten deutlich: Bei Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind keine Lärmprobleme zu erwarten, Luftwärmepumpen dagegen erzeugen Geräusche, die Nachbarn und Bewohner stören können – auch wenn gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Typischerweise liegt der Schallausstoß für Einfamilienhäuser bei 40 bis 50 Dezibel; moderne Geräte bieten teilweise einen besonders leisen Nacht- oder Flüstermodus. Wer vorab abschätzen möchte, wie viel davon beim Nachbarn ankommt, kann den Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. für Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen. Nachbessern lässt sich ebenfalls: Eine Schallschutzhaube erreicht je nach Aufstellung eine Schallreduktion von bis zu 15 Dezibel(A) und schützt zusätzlich vor Witterungseinflüssen wie Hagel, Frost oder starker Sonneneinstrahlung, ohne die Funktionalität wesentlich einzuschränken. Ein Sockel aus Beton oder dämmenden Materialien wie Rasen, Schaumstoff oder Moosgummi sowie Schallschutzwände oder immergrüne Hecken mit dichtem Blattwerk können die wahrgenommenen Schallemissionen ebenfalls verringern.
Ein Punkt, der nach dem Einbau häufig untergeht, ist die Versicherung. Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude und fest eingebaute Gegenstände wie die Wärmepumpe bei Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm oder Leitungswasser. Hauseigentümer sollten nach dem Einbau daher umgehend ihren Wohngebäudeversicherer kontaktieren und den Versicherungsschutz anpassen; falls noch nicht vorhanden, ist auch eine Erweiterung um die Elementarschadenversicherung empfehlenswert.
Geprüfte Fakten & Quellen
- Aufstellungsabstände, Schallwerte samt Schallschutzhaube und der Versicherungshinweis nach dem Einbau — verbraucherzentrale.de
- BWP-Schallrechner für Luft/Wasser-Wärmepumpen nach TA Lärm — waermepumpe.de