
Bosch-Wärmepumpe warten: Pflicht für 5+2 Jahre Garantie
Stand: Oktober 2026
Eine moderne Wärmepumpe gilt zu Recht als wartungsarmes Heizsystem. Sie besitzt keinen Brenner, keine Öldüse und keinen klassischen Verbrennungsraum, der regelmäßig gereinigt werden müsste.
Wartungsarm bedeutet aber nicht wartungsfrei.
Eine Wärmepumpenanlage arbeitet über viele Jahre mit erheblichen Energiemengen. Pumpen fördern Heizungswasser, Ventile schalten, Sensoren überwachen Temperaturen und Drücke und das Membran-Ausdehnungsgefäß stabilisiert den Anlagendruck. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kommen außerdem Jahr für Jahr mehrere Millionen Kubikmeter Außenluft mit dem Verdampfer in Kontakt.
Deshalb halte ich eine regelmäßige Wartung auch bei Wärmepumpen für technisch sinnvoll.
Bei Bosch kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Die regelmäßige Wartung der Gesamtanlage ist eine Voraussetzung für die 5-Jahre-Systemgarantie – und damit ebenfalls für die verlängerte 5+2-Jahre-Systemgarantie. Bosch fordert eine jährliche Wartung; der Abstand zwischen zwei Wartungen darf maximal 16 Monate betragen.
Was genau hinter der Systemgarantie steckt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und warum eine Wärmepumpe überhaupt gewartet werden sollte, erkläre ich in diesem Beitrag – aus Sicht eines Bosch-Fachbetriebs, der Wärmepumpen in Norddeutschland plant, installiert und wartet.
Die 30-Sekunden-Antwort
- Bei einem entsprechend aufgebauten Bosch-Heizsystem kann eine 5-jährige Systemgarantie bestehen. Dafür muss das System unter anderem fachgerecht installiert und innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme registriert werden.
- Zusätzlich verlangt Bosch eine jährliche Wartung der Gesamtanlage, wobei maximal 16 Monate zwischen den Wartungen liegen dürfen.
- Bei einem geeigneten und mit HomeCom Pro verbundenen System kann daraus unter weiteren Voraussetzungen eine 5+2-Jahre-Systemgarantie – insgesamt also sieben Jahre – werden.
- Die Wartung ist dabei nicht nur eine Formalität für die Garantie. Für mich ist sie vor allem eine regelmäßige Zustandskontrolle: Kleine Veränderungen sollen möglichst erkannt werden, bevor daraus eine Störung oder ein größerer Folgeschaden entsteht.
Was bedeutet eigentlich „Systemgarantie“?
Der Begriff ist wichtig.
Bosch spricht nicht ausschließlich von einer verlängerten Garantie auf den Verdichter oder die Außeneinheit, sondern von einer Systemgarantie.
Ein Bosch-System im Sinne der Garantiebedingungen besteht aus dem Wärmeerzeuger – beispielsweise einer Wärmepumpe – und den entsprechend erforderlichen Bosch-Systemkomponenten bzw. dem Systemzubehör. Je nach Systemaufbau können dazu beispielsweise Regelung, Pumpengruppe, Systemspeicher oder Frischwasserstation gehören.
Bosch garantiert dabei, dass das System frei von Material-, Herstellungs- und Konstruktionsfehlern ist. Maßgeblich sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Herstellungszeitpunkt. Im Garantiefall sind nach Bosch-Angaben Material und Arbeitszeit des Installateurs inklusive.
Das bedeutet allerdings nicht:
Sieben Jahre Garantie = sieben Jahre lang ist jede Reparatur kostenlos.
Verschleißteile und Wartungsarbeiten sind beispielsweise von der Garantie ausgenommen. Ebenso nennt Bosch unter anderem Schäden durch Schmutzeinspülungen, Schlick, Kalkablagerungen, Eis, bestimmte Umwelteinflüsse sowie Über- oder Unterdruck als Ausschlüsse.
Genau deshalb gehören für mich Planung, Installation, Betrieb und Wartung zusammen.
Die Bosch-5-Jahre-Systemgarantie
Die 5-Jahre-Systemgarantie läuft über 60 Monate ab Inbetriebnahme.
Sie entsteht allerdings nicht allein dadurch, dass irgendwo eine Bosch-Wärmepumpe eingebaut wurde.
Zu den wesentlichen Voraussetzungen gehören:
- Installation, Einstellung und Inbetriebnahme durch einen Fachhandwerker entsprechend den Installationsanleitungen, den Planungsvorgaben und den allgemeinen Regeln der Technik,
- Registrierung innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme,
- jährliche Wartung der Gesamtanlage,
- maximal 16 Monate Abstand zwischen zwei Wartungen,
- eine Installation, bei der die Anlage leicht und sicher zugänglich ist und über eine ausreichende Lichtquelle verfügt.
Bosch nennt diese Voraussetzungen sowohl in den Garantiebedingungen als auch auf der aktuellen Informationsseite zur Systemgarantie. Wird die Registrierung versäumt, besteht laut Bosch kein Garantieanspruch. Die aktuellen Garantiebedingungen (Stand 06/2024) gelten für Systeme, die ab dem 1. Juni 2024 in Deutschland in Betrieb genommen wurden.
Garantie und Gewährleistung sind nicht dasselbe
Die freiwillige Herstellergarantie von Bosch darf nicht mit den gesetzlichen Mängelrechten gegenüber dem Vertragspartner verwechselt werden.
Bosch stellt ausdrücklich klar, dass die gesetzlichen bzw. vertraglichen Rechte des Kunden durch die Systemgarantie nicht eingeschränkt werden.
Was bedeutet 5+2 Jahre Systemgarantie?
Unter zusätzlichen Voraussetzungen können aus fünf Jahren sieben Jahre bzw. 84 Monate Systemgarantie werden.
Dafür muss das entsprechende Wärmepumpensystem unter anderem HomeCom-Pro-fähig und ab Inbetriebnahme dauerhaft mit dem Internet verbunden sein. Außerdem ist die entsprechende Einwilligung des Eigentümers zur Übermittlung und Verarbeitung der erforderlichen Benutzer- und Gerätedaten notwendig. Die Registrierung muss durch den Fachhandwerker fristgerecht erfolgen.
Bei den aktuellen Bosch-Wärmepumpen ist die Internetanbindung unterschiedlich gelöst: Die Compress 6800i AW und die Compress 8800i AW bringen sie bereits mit, bei der Compress 5800i AW wird dafür das WLAN-Modul K40 RF als Zubehör benötigt.
Bosch beschreibt HomeCom Pro dabei nicht nur als Voraussetzung für die Garantieverlängerung. Durch die Vernetzung können Fehlermeldungen und Wartungshinweise an den Fachbetrieb übermittelt werden. Die Anlage kann dadurch aus der Ferne beurteilt werden.
Das finde ich technisch interessant.
Denn eine Störung muss nicht zwangsläufig erst dadurch auffallen, dass das Haus kalt wird.
Je früher ein ungewöhnlicher Betriebszustand erkannt wird, desto eher kann darauf reagiert werden.
Was passiert, wenn die Wärmepumpe offline ist?
Auch das sollte ein Eigentümer kennen.
Wird die notwendige Einwilligung zur Datenübertragung widerrufen oder ist die Internetverbindung des Systems länger als zwölf Wochen unterbrochen, reduziert sich die verlängerte Garantie nach den Garantiebedingungen auf die reguläre 5-Jahre-Systemgarantie.
Die zusätzlichen zwei Jahre sind damit tatsächlich an die Voraussetzungen der Vernetzung gekoppelt.
Muss eine Bosch-Wärmepumpe für die Garantie gewartet werden?
Ja.
Bosch verlangt für die Systemgarantie eine jährliche Wartung der Gesamtanlage. Zwischen zwei Wartungen dürfen maximal 16 Monate liegen.
Ich würde diese 16 Monate allerdings nicht als normalen Wartungsrhythmus betrachten. Für mich bleibt der sinnvolle Rhythmus: einmal jährlich. Die 16 Monate sind der maximal zulässige Abstand nach den Garantiebedingungen – kein Grund, eine Wartung bewusst hinauszuzögern.
Im Garantiefall muss die Wartung außerdem nachgewiesen werden können. Bosch verlangt einen geeigneten Nachweis über die sach- und fristgerecht durchgeführten Wartungen der Gesamtanlage. Bei Wärmepumpen ist zusätzlich das vom Fachhandwerker ausgestellte Inbetriebnahmeprotokoll erforderlich, dazu die Rechnung, aus der Installations- und Inbetriebnahmedatum hervorgehen. Einen Mangel muss man innerhalb von drei Monaten, nachdem man ihn bemerkt hat, geltend machen.
Aber warum muss eine Wärmepumpe überhaupt gewartet werden?
Eine Wärmepumpe besitzt keinen Brenner, der jedes Jahr gereinigt werden müsste.
Daraus wird gelegentlich der Schluss gezogen:
„Eine Wärmepumpe ist wartungsfrei.“
Das halte ich technisch für falsch.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht unter anderem aus Verdampfer, Ventilator, Verdichter, Kältekreis, Pumpen, Ventilen, Sensoren, Sicherheitseinrichtungen, Ausdehnungsgefäß, heizungswasserführender Hydraulik und elektronischer Regelung.
Und dieses System arbeitet nicht nur ein paar Tage im Jahr.
Welche Größenordnungen dabei entstehen, zeigt ein einfaches Beispiel.
Wie viel Außenluft verarbeitet eine 10-kW-Wärmepumpe?
Nehmen wir ein Einfamilienhaus, dessen Wärmepumpe rechnerisch auf eine Größenordnung von 10 kW Heizleistung ausgelegt ist.
Für unser Beispiel nehmen wir 2.200 Vollbenutzungsstunden pro Jahr an. Damit ergibt sich zunächst eine jährliche Wärmemenge von:
10 kW × 2.200 h = 22.000 kWh Wärme pro Jahr
Wichtig ist dabei: Die 2.200 Vollbenutzungsstunden bedeuten nicht, dass die Wärmepumpe tatsächlich exakt 2.200 Stunden mit konstant 10 kW Leistung läuft. Es handelt sich um eine rechnerische Größe: Die über das Jahr erzeugte Wärmemenge entspricht in unserem Beispiel der Energiemenge, die bei 2.200 Stunden Dauerbetrieb mit 10 kW entstehen würde.
Und genau deshalb lässt sich daraus auch nicht einfach ein fester Ventilatorvolumenstrom mit 2.200 Stunden multiplizieren. Für eine technisch sinnvollere Abschätzung betrachten wir stattdessen die Umweltenergie, die der Außenluft entzogen werden muss.
Eine überschlägige Rechnung
Nehmen wir für unser Beispiel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 an – das ist der Mittelwert, den das Fraunhofer ISE in seinem Feldtest „WP-QS im Bestand“ für Luft/Wasser-Wärmepumpen gemessen hat. Aus 1 kWh Strom entstehen damit im Jahresmittel ungefähr 3,4 kWh Wärme.
Für 22.000 kWh Wärme wären überschlägig erforderlich:
22.000 kWh ÷ 3,4 ≈ 6.470 kWh Strom
Die restliche Energie stammt aus der Umwelt:
22.000 − 6.470 ≈ 15.530 kWh Umweltenergie
Diese rund 15.500 kWh Wärmeenergie muss der Verdampfer im Laufe des Jahres unter anderem aus der vorbeiströmenden Außenluft aufnehmen.
Jetzt kommt die Luft ins Spiel. Ein Kubikmeter Luft besitzt vereinfacht eine Wärmekapazität von ungefähr 0,34 Wh/(m³·K). Wird die Luft beim Durchströmen des Verdampfers beispielsweise im Mittel um 4 Kelvin abgekühlt, kann ein Kubikmeter Luft überschlägig etwa
0,34 Wh/(m³·K) × 4 K = 1,36 Wh/m³
Wärme abgeben. Damit ergibt sich:
15.530.000 Wh ÷ 1,36 Wh/m³ ≈ 11.420.000 m³
Rund 11,4 Millionen Kubikmeter Außenluft pro Jahr.
Das ist keine exakte Messung für eine bestimmte Anlage. Je nach Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Betriebspunkt, Ventilatordrehzahl, Verdampfungstemperatur und tatsächlicher Temperaturänderung der Luft kann die reale Luftmenge deutlich variieren. Rechnet man beispielsweise mit einer mittleren luftseitigen Temperaturänderung von etwa 3 bis 5 Kelvin, ergibt sich für unser Beispiel grob eine Größenordnung von etwa 9 bis 15 Millionen Kubikmetern Außenluft pro Jahr.
Und genau diese Größenordnung finde ich bemerkenswert.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe steht nicht einfach nur draußen im Garten. Ihr Verdampfer kommt über die Jahre mit zig Millionen Kubikmetern ungefilterter Außenluft in Kontakt.
Was befindet sich in dieser Außenluft?
Natürlich nicht nur Luft.
Je nach Standort befinden sich darin beispielsweise Pollen, Staub, Pflanzenbestandteile, Samen, Insekten, Blätter, Spinnweben und teilweise auch landwirtschaftliche oder verkehrsbedingte Verschmutzungen.
Selbstverständlich bleibt davon nicht alles am Verdampfer hängen. Ein Teil kann sich jedoch mit der Zeit an Lamellen oder anderen Bereichen der Außeneinheit ablagern.
Und damit wird aus einem optischen Thema ein thermodynamisches.
Der Verdampfer ist ein Wärmetauscher. Seine Aufgabe besteht darin, Wärme möglichst effizient von der Außenluft auf das Kältemittel zu übertragen. Werden Luftdurchsatz oder Wärmeübergang durch Verschmutzungen beeinträchtigt, können sich die Betriebsbedingungen verschlechtern.
Deshalb gehört die Kontrolle des Verdampfers für mich zu einer vernünftigen Wartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Nicht, weil jeder Verdampfer nach zwölf Monaten zwangsläufig stark verschmutzt wäre. Sondern weil man nur durch eine Kontrolle weiß, in welchem Zustand er tatsächlich ist.
Auch die Hydraulik sollte kontrolliert werden
Ein gutes Beispiel dafür ist das Membran-Ausdehnungsgefäß – kurz MAG.
Das Heizungswasser verändert abhängig von seiner Temperatur sein Volumen. Das Ausdehnungsgefäß nimmt diese Volumenänderungen auf und sorgt dafür, dass der Anlagendruck innerhalb der vorgesehenen Grenzen bleibt. Dazu befindet sich auf der anderen Seite einer Membran ein Gaspolster mit einem definierten Vordruck.
Dieser Vordruck muss zur jeweiligen Anlage passen und kann sich im Laufe der Zeit verändern.
Ist der Vordruck nicht mehr korrekt oder das Ausdehnungsgefäß defekt, können beispielsweise stärkere Druckschwankungen entstehen. Im ungünstigen Fall öffnet das Sicherheitsventil, Heizungswasser geht verloren und der Anlagendruck sinkt anschließend weiter.
Irgendwann kann daraus ein ganz praktisches Problem werden: Heizkörper oder Heizkreise werden nicht mehr ausreichend versorgt, Luft kann in bestimmten Anlagenbereichen Probleme verursachen, die Umwälzung wird beeinträchtigt oder die Wärmepumpe meldet eine Störung.
Ein relativ unscheinbares Bauteil kann damit Auswirkungen auf das gesamte hydraulische System haben.
Wartung bedeutet für mich nicht: einmal drüberschauen
Bei einer fachgerechten Wartung interessiert mich nicht nur, ob die Wärmepumpe gerade eine Fehlermeldung anzeigt.
Ich möchte wissen: Wie arbeitet die Anlage?
Abhängig von Anlagentyp, Herstelleranforderungen und Systemaufbau gehören für mich deshalb beispielsweise folgende Punkte zu einer sinnvollen Wartung:
- Sicht- und Funktionskontrolle der Gesamtanlage,
- Kontrolle der Außeneinheit und des Verdampfers,
- Reinigung bei entsprechendem Verschmutzungsgrad,
- Kontrolle von Kondensatablauf und Entwässerung,
- Prüfung des Anlagendrucks,
- Kontrolle des Membran-Ausdehnungsgefäßes,
- Kontrolle von Filtern und Schmutzfängern,
- Prüfung relevanter Pumpen, Ventile und Sicherheitseinrichtungen,
- Beurteilung der hydraulischen Betriebsbedingungen,
- Auswertung vorhandener Fehler- und Betriebsmeldungen,
- Plausibilitätskontrolle von Temperaturen und Betriebswerten,
- Kontrolle von Regelung und Einstellungen,
- Prüfung verfügbarer Herstellerinformationen und gegebenenfalls relevanter Softwarestände,
- Dokumentation der durchgeführten Wartung.
Wichtig: Dieser Umfang beschreibt meinen technischen Ansatz an eine sinnvolle Anlagenwartung. Er ist nicht als wörtliche Aufzählung eines von Bosch vorgeschriebenen Wartungsumfangs zu verstehen. Bosch verlangt für die Systemgarantie eine sach- und fristgerecht durchgeführte Wartung der Gesamtanlage.
Warum früh erkannte Fehler meistens die besseren Fehler sind
Der eigentliche Sinn einer Wartung besteht für mich nicht darin, einmal im Jahr zwangsläufig irgendein Bauteil auszutauschen. Im besten Fall muss gar nichts repariert werden.
Interessant sind vielmehr die Veränderungen.
Ein Druckverlust kann zunächst unauffällig sein. Ein verschmutzender Wärmetauscher kann zunächst nur geringe Auswirkungen haben. Ein Ventil kann noch funktionieren, obwohl sein Verhalten bereits auffällig wird. Betriebswerte können sich verändern, obwohl die Anlage weiterhin Wärme erzeugt.
Das Haus ist warm. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Anlage optimal arbeitet.
Eine gute Wartung soll deshalb nicht nur vorhandene Defekte finden. Sie soll Auffälligkeiten möglichst erkennen, bevor daraus größere Probleme entstehen.
Gerade bei einer Wärmepumpe ist das wichtig, weil die einzelnen Komponenten miteinander zusammenarbeiten. Ein hydraulisches Problem kann beispielsweise den Volumenstrom und die Temperaturspreizung verändern. Das wiederum kann die Betriebsbedingungen der Wärmepumpe beeinflussen.
Wartung bedeutet für mich deshalb vor allem: Zustandskontrolle eines technischen Gesamtsystems.
Garantie ist kein Wartungsvertrag
Die Bosch-Systemgarantie schützt unter den jeweiligen Garantiebedingungen vor Material-, Herstellungs- und Konstruktionsfehlern. Sie ersetzt jedoch keine Wartung.
Wartungsarbeiten selbst, typische Verschleißteile sowie bestimmte Schäden durch Schmutz, Kalk, Eis, Umwelteinflüsse oder Über- und Unterdruck sind von der Garantie ausgenommen. Gleichzeitig ist die regelmäßige Wartung Voraussetzung dafür, dass die Systemgarantie in Anspruch genommen werden kann.
Bosch trennt diese Punkte in seinen Garantiebedingungen ausdrücklich voneinander.
5 Jahre oder 5+2 Jahre – was empfehle ich?
Wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, würde ich bei einer neuen Bosch-Wärmepumpenanlage grundsätzlich die 5+2-Jahre-Systemgarantie anstreben.
Warum? Weil ich eine Wärmepumpe nicht für fünf oder sieben Jahre plane.
Eine vernünftig geplante und installierte Wärmepumpe soll möglichst lange zuverlässig und effizient arbeiten. Wenn ich durch Registrierung, Vernetzung und regelmäßige dokumentierte Wartung einen längeren Garantiezeitraum erreichen kann, halte ich das für sinnvoll.
Hinzu kommt der Vorteil der Anlagenvernetzung. HomeCom Pro ermöglicht dem Fachbetrieb die Überwachung und Ferndiagnose der Anlage. Bosch beschreibt ausdrücklich, dass der Heizungsbauer bei einer Störung automatisch informiert wird und das Problem aus der Ferne analysieren kann.
Das ersetzt keinen Fachmann vor Ort. Aber es kann dafür sorgen, dass ich bereits weiß, wonach ich suchen muss, bevor ich beim Kunden vor der Wärmepumpe stehe.
Häufige Fragen zur Bosch-Systemgarantie
Hat jede Bosch-Wärmepumpe automatisch fünf Jahre Systemgarantie?
Nein. Die entsprechenden Voraussetzungen müssen erfüllt werden. Dazu gehören insbesondere ein geeigneter Systemaufbau, fachgerechte Installation und die rechtzeitige Registrierung. Die Registrierung muss innerhalb von sechs Monaten nach Inbetriebnahme erfolgen.
Muss meine Bosch-Wärmepumpe jedes Jahr gewartet werden?
Für die Systemgarantie verlangt Bosch eine jährliche Wartung der Gesamtanlage. Zwischen zwei Wartungen dürfen maximal 16 Monate liegen.
Muss die Wartung vom Bosch-Werkskundendienst durchgeführt werden?
Nein. Bosch erklärt ausdrücklich, dass die regelmäßige Wartung auch durch einen zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden kann.
Muss ich die Wartungen nachweisen können?
Ja. Im Garantiefall verlangt Bosch einen geeigneten Nachweis über die sach- und fristgerecht durchgeführten Wartungen. Bei Wärmepumpen ist außerdem das Inbetriebnahmeprotokoll erforderlich, dazu die Rechnung mit Installations- und Inbetriebnahmedatum.
Was brauche ich für sieben Jahre Systemgarantie?
Für die 5+2-Jahre-Systemgarantie sind unter anderem ein geeignetes Bosch-System, die Vernetzung über HomeCom Pro, die entsprechende Einwilligung und die fristgerechte Registrierung durch den Fachhandwerker erforderlich. Die übrigen Voraussetzungen der Systemgarantie gelten ebenfalls.
Was passiert, wenn meine Wärmepumpe längere Zeit offline ist?
Nach den Garantiebedingungen reduziert sich die 5+2-Jahre-Systemgarantie auf die reguläre 5-Jahre-Systemgarantie, wenn die Internetverbindung länger als zwölf Wochen unterbrochen wird. Gleiches gilt beim Widerruf der erforderlichen Einwilligung zur Datenübertragung.
Sind die Wartungen während der Garantie kostenlos?
Nein. Erforderliche Wartungsarbeiten und deren Kosten sind nicht Bestandteil der Systemgarantie. Bosch weist bei der 5+2-Jahre-Systemgarantie außerdem darauf hin, dass Kosten im Zusammenhang mit HomeCom Pro bzw. Servicegebühren für die Anlagenüberwachung entstehen können.
Ist HomeCom Pro dasselbe wie eine Wartung?
Nein. Die digitale Überwachung unterstützt Diagnose und Fehlererkennung. Sie ersetzt die erforderliche fachgerechte Wartung der Gesamtanlage nicht.
Verliere ich meine gesetzlichen Gewährleistungsrechte durch die Bosch-Systemgarantie?
Nein. Die freiwillige Herstellergarantie schränkt die gesetzlichen bzw. vertraglichen Rechte gegenüber dem Verkäufer nicht ein.
Mein Fazit: Wartungsarm – aber nicht wartungsfrei
Eine moderne Wärmepumpe ist grundsätzlich ein wartungsarmes Heizsystem. Wartungsarm bedeutet aber nicht wartungsfrei.
Unser Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Eine 10-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe kann bei einem angenommenen Jahreswärmebedarf von 22.000 kWh überschlägig mit 9 bis 15 Millionen Kubikmetern Außenluft pro Jahr in Kontakt kommen.
Hinzu kommen Pumpen, Ventile, Sensoren, Sicherheitseinrichtungen, Hydraulik, Ausdehnungsgefäß und Regelung, die über viele Jahre zuverlässig zusammenspielen sollen.
Deshalb halte ich es für sinnvoll, eine Wärmepumpenanlage einmal im Jahr fachgerecht zu kontrollieren. Nicht, weil ich jedes Jahr einen Defekt erwarte. Sondern weil ich einen beginnenden Defekt möglichst erkennen möchte, bevor der Kunde ihn bemerkt.
Bei einem Bosch-System kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Die dokumentierte regelmäßige Wartung ist eine Voraussetzung für die 5-Jahre-Systemgarantie und ebenso für die verlängerte 5+2-Jahre-Systemgarantie.
Für mich gehören deshalb drei Dinge untrennbar zusammen:
Saubere Planung. Fachgerechte Installation. Regelmäßige Wartung.
Denn eine hochwertige Wärmepumpe ist eine langfristige Investition. Und genau so sollte man sie auch behandeln.
Wartung oder Beratung anfragen – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden an Werktagen.
Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme bzw. Registrierung geltenden Garantiebedingungen von Bosch.
Weiterführende Informationen von Bosch
- Bosch — 5 Jahre Systemgarantie auf Bosch Heizsysteme
- Bosch — 5+2 Jahre Systemgarantie mit HomeCom Pro
- Bosch — Garantien im Überblick
- Bosch — Informationen zur Wartung von Bosch Heizsystemen
- Bosch — Wärmepumpe vernetzen und HomeCom Pro nutzen
- Bosch — Garantiebedingungen 5 und 5+2 Jahre Systemgarantie, Stand 06/2024 (PDF)
- Bosch — AGB- und Garantiebedingungen
- Fraunhofer ISE — Presseinformation vom 03.11.2025: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Projekt WP-QS im Bestand)

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